Urban von 1569
Ein Urban ist ein historisches Dokument, das die Abgaben einer Gemeinde an die jeweilige Herrschaft beschreibt. Diese Internetseite beschreibt den ältesten erhaltenen Urban von Riedlingsdorf aus dem Jahre 1569 an die Herrschaft Bernstein.

Es dies eine historische Bestandsaufnahme der damaligen Riedlingsdorfer Bevölkerung und deren Wirtschaftsleistung.

Familiennamen, die sich bis heute in Riedlingsdorf erhalten haben, sind rot geschrieben.
Familiennamen, die sich bis heute in Riedlingsdorf in den Hausnamen erhalten haben, sind grün
 geschrieben. 

Urban der Herrschaft Pernstein 1569 im Wiener Hofkammerarchiv
Riegerstorff (=Riedingstorff =Ridlingstorff)

Haben ihr eigen Gericht und sind nach Pinkafeld gepfarrt. 
Hier gibt es 2 ganze, 74 halbe und 3 Viertelhöfe.
Ein ganzer Hof umfaßt: 8 Tagewerk Äcker, 5 Tagewerk Wiesen, 1 Hausgarten.
Ein halber Hof umfaßt: 4 1/2 Tagwerk Äcker, 2 1/2 Tagwerk Wiesen und ein kleines Gärtl.
Neidt Zenz, ein ganzer Hof, dient jährlich:

Georgi:  4 ß (ß = Schilling)
Michaeli:  4 ß
Fasching:  Hennen 2
Oster:  Eier 12
Käß:  1
Diensttraydt (Getreide) zu Weihnachten:
Khorn:  1 1/2 Metzen (1 Metzen = 61,486 Liter)
Habern:  1 1/2 Metzen
Weißatgeld (zu Weihnachten):  1 v (v = Pfenning)
Fueder Holz:  2

Mathetz Krausner, ein halber Hof, dient jährlich:

Georgi:  2 ß (ß = Schilling)
Michaeli:  2 ß
Fasching:  Hennen 1
Oster:  Eier 6
Käß:  1/2
Diensttraydt (Getreide) zu Weihnachten:
Khorn:  3/4 Metzen
Habern:  3/4 Metzen
Weißatgeld (zu Weihnachten):  1/2 v 
Fueder Holz:  1

Zenz Hainzler 1/2 Hof
Ambrosch Andre 1/2+1/4
Hanns Grabman 1/2
Christan Khrauser 1/2
Urban Hausman 1/2
Häsl Liendl 1/2
Erhardt Stierig zu Pi. 1/4
Anndre Khnäbl 1/2
Wästl Khnapper 1 g. Hof
Khilian Pockh 1/2
Saw (Sau) Jocl 1/2
Saw Perdtl 1/2
Gregor Hafner 1/2
Pärtl Schneider 1/2
Mich Pader 1/2
Larenz Preyß 1/2 + 1/4
Steffan Kratwol 1/2
Thoman Hasch 1/2
Teml Benedict 1/2 
Zenz Piff 1/2
Partl Satler 1/2
Peter Hosch 1/2
Georg Pürdt 1/2
Hanns Weber 1/2
Partl Neidt1/2
Hanns Hainzler 1/2
Colman Pratscher 1/2
Cristan Paur 1/2
Steffl Schibinger 1/2
Thoman Khäldtl 1/4
Zenz Khäldtl 1/2
Michel Hüerzer 1/2
Steffl Schaden 1/2
Anndre Khäldtl 1/2
Anndre Lang 1/2
Philip Lanng 1/2
Eckhardt Kharnpaur 1/2
Georg Khäldtl 1/2
Peter Stumpff 1/2
Hanns Khesstler 1/2
Georg Kolhofer 1/2
Thoman Schibinger 1/2
Steffl Schaden 1/2
Khilian Wurzer 1/2
Georg Hausmann 1/2
Hanns Früwirdt 1/2
Hanns Schmitz 1/2
Hanns Khober 1/2
Schuech Neil 1/2 + 1/2 
Hanns Schiebinger 1/2
Martl Wurzer 1/2
Baldross Greiner 1/2
Steffl Steger 1/2
Matheß Lang 1/2
Georg Kalhofer 1/2
Georg Prodl 1/2
Cristan Kölblhofer 1/2
Blasi Hohlpaur 1/2
Hanns Pirckhl 1/2
Michael Piss 1/2
Hanns Prodl 1/2
Heinrich Andre 1/2
Andre Artolff 1/2
Philip Artolff 1/2
Anndre Paur 1/2
Marx Gar 1/2
Steffl Artolff 1/2
     

 
Mühlen:  
Hanns Artolff dient von einer Mühl darein gehören 1 Tagwerk Äcker und 2 Tagwerk Wiesen:
Georgi:  3 ß                      Michaeli:  3 ß
Steffan Prodl zu seiner Mühle gehören 1/2 Tagwerk Äcker und 1 1/2 Tagwerk Wiesen dient wie Hanns Artolff.
Peter Lechner 1 Tagwerk Äcker, 1 Tagwerk Wiesen, dient wie die anderen.
Mert Muessein zu seiner Müll gehört nichts, dient jährlich:
Georgi:  2 ß                      Michaeli:  2 ß
Robat zu der Herrschaft mit Zimern und allen Sachen wie andere Müller
Sölgericht und Hofstädtl, darein kein Grundt gehört:
Michael Schiebinger, dient jährlich 20 v (v = Pfennig), Philip Khelbenhofer 16 v, Blasi Volpaur 32 v, Anndre Heinsinger 16 v.
Wer sein 7 Sölgericht oder Hofstett, so zu der Kirchen dienen und sonst mit Robat und allen Gehorsam der Herrschaft unterworfen:
Paul Steger, dient Michaeli 20 v 
Andre Wagner 6 v, Leonhardt Hasch 5 v, Leonhardt Piff 20 v, Wölfl Pirckhler 16 v, item mer von seiner Wiesen 1 ß, 2 v, Colman Pratscher 1 ß, Steffl Plazer 20 v. 
Grass Geld:
Dienen die Riegerstorffer jährlich miteinander der Herrschaft 1 R (R = Gulden), 2 ß, 10 v.
90 behauste Güter zu Riegerstorff dienen jährlich:
Summa:
Geld:
44 R,  2 ß,  14 1/2 v
Korn:
59 1/2 Metzen (= 3.657,4 Liter) 
Habern:
59 1/2 Metzen
Hennen: 
79 1/2
Eier: 
477
Käß:
39 3/4
Füder Holz: 
79 1/2

 
Percktrecht (Bergrecht) auf dem Weingepürg zu Riegerstorff, was das Jahr 1569 eingenommen worden:
Im Ednperg (=Ödenberg):
   
Artolff Hanns  1/16 (=7,25 Liter)
Artolff Anndre  1/8 (= 14,5 Liter)
Artolff Steffl  1/16
Ambroß Thoman zu Pinkafeld  1/16
Liendl Piff  1/16, item mer 1/16
Freißleben zu Pinkafeld 1/16
Klärl Hanns daselbst 1/16
Paul Jocl daselbst 1/16
Erhardt Stierling daselbst 1/16
Colman Prätscher 1/8
Schwäbl Jodl 1/16 
Hainsinger Anndre 1/8
Cristan Hafner zu Pinkafeld 1/8
Hanns Hainzler 4 1/2 Pint (= 11 l)
Michel Lechner 1 1/2 Pint (= 3,6 l)
Ambroß Thoman zu Pinkafeld 2 Pint
Riepl Ledrer daselbst 1 Pint
Paul Schulster 1 1/2 Pint
Thoma Hasch  1/16
Mathias Mülner zu Pinkafeld 1/8 1/16
Ambroß Anndre 1/16
Prodl Georg 1/8
Ambroß Anndre 1/16
Michel Wagner 1/16
Pürckhl Wölfl 1 1/2 Pint
Anndre Hausinger 1 1/2 Pint
Ertl Simon von Pinkafeld 1/8
Stefl Räz  2 Pint
Colman Prätscher 4 Pint
 
     
Im Laimpach:
   
Cristian Hafner zu Pinkafeld 1/8
Ambros Anndre 1 1/2 Pint
 
     
Im Fuxberg:
   
Mathess Kraussner 1/8
Lanng Philip 1 1/2 Pint
Cristan Kraußner 1/8
Anndre Khaper 1/16
Benedict Tembl 1/8
 
     
Im Pühl:
   
Plazer Steffl 1/8
Greiner Walhauser 1/8
Michel Schiebinger 1 1/2 Pint
Seyr Peter 1 1/2 Pint 
Stefan Schiebinger 3 Seitl
Steffan Posch 3 Seitl
     
     
 
Summa alles Pergrechtes:

3 Eimer 3/8
(1 Hartperger Eimer = 116 Liter
391,5 Liter) 

 
Weinzehent:
Erträgt zu gemeinen Jahren 4 1/2 Hartberger Eimer (= 522 Liter, d.h. daß etwa 5.000 Liter Wein produziert wurden).
Traydtzehent (= Getreidezehent):
Der Traidzehent wird allda jährlich zum Richter zusammengeführt und ausgedroschen und die Kherner zu der Herrschaft geandtwort, ertregt im Jahr ungeverlich:
Ways:    1 Muth und 10 Metzen (= 1 Muth = 30 Metzen = 1844,98 Liter)
Korn:     1 1/2 Muth
Habern:  2 Muth
(das heißt, daß jährlich ungefähr 24.600 Liter Weizen, 27.675 Liter Korn und 36.900 Liter Hafer geerntet wurden)
Lamperzehent (= Schafezehent) ist keines vorhanden (in allen anderen Dörfern der Herrschaft müssen die Untertanen die Lämmerzehent reichen).
Genusszehent gehört der Herrschaft und erträgt ein Jahr ungeverlich bei 20 Genuss. 
Paanwein (= Bannwein):
Wird ihnen bei 7 Hartperger Eimer jährlich fürgelegt, den müssen sie ausschenken und der Herrschaft jede Pindt um 4 Pfennig theurer als man sonst schenkt bezahlen.
Stroff und Wändl:
Gehört der Herrschaft und wird jeder nach Gestalt des Verprechens bestraft.
Robath:
So oft und was ihnen angesagt, sein sie der Herrschaft zu robaten schuldig.

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Für den Inhalt verantwortlich: Heinz Bundschuh