Römergräber in Riedlingsdorf

 
Auf dem Hotter der Gemeinde Riedlingsdorf sind viele Gräber aus den ersten vier Jahrhunderten nach Christi Geburt anzutreffen. Man vermutet, daß durch Riedlingsdorfer Gebiet eine Verbindungsstraße ging, die Pinkafeld mit Steinamanger verband. Entlang solcher Wege und Straßen wurden bevorzugt solche Grabanlagen angelegt. Die Straße befand sich vermutlich nicht im Talgrund, wo die Hochwässer der Pinka sie immer wieder bedroht hätten, sondern auf dem Höhenrücken zwischen Riedlingsdorf und Buchschachen. Die Lage der Gräber unterstützt diese Theorie. 
Die Grabanlagen wurden in den Jahren 1901 bis 1910 vom Ortslehrer Johann Posch, der auch den MGV Riedlingsdorf gegründet hat, geöffnet. Anbei ein Bericht über die Grabungen aus einem Manuskript von Direktor Johann Huber, dem langjährigen Chorleiter des MGV Riedlingsdorf. 

"Von frühen Bewohnern des Tales geben uns eine Reihe von sonderbaren kleinen Hügeln Kunde, die wir, wie die Untersuchung gezeigt hat, als Grabstätten eines alten, schon ausgestorbenen Volkes anzusprechen haben. [Dr.Alphons Barb: Bodenfunde des Burgenlandes, IV.Band, Manuskript, Landesmuseum]. Diese Grabhügel einzeln und auch mehrere Reihen stehen südwestlich vom Dorf im Walde und auch auf Wiesengrund und nicht nur hier, sondern auch gegen Buchschachen und Oberwart zu und auch in den Wäldern gegen Ober- und Unterschützen.

Die größten Verdienste um die Erforschung und Aufdeckung dieser Hügelgräber hat sich der im Jahre 1931 verstorbene Ortslehrer Johann Posch erworben. Er machte in den Jahren 1901 bis 1910 zusammen mit dem Realschüler Oskar Kurz und zum Teil auch mit H.Schaden und dem Handelsschüler Johann Kardar Ausgrabungen. Auch die Archäologen F.Hautmann und A. von Rottauscher haben hier Hügelgräber geöffnet.

Die Hügel haben am Grund ungefähr einen Durchmesser von 7 m und sind zirka 1,1 m hoch. In einer Tiefe von 0,5 m bis 1,5 m fand man grosse Feldsteine, meist eine Rundmauer mit einem inneren Kreis von ungefähr 1,5 m Durchmesser und in der Höhe von etwa 0,8 m. Rundherum standen Gefässe, meist in Scherben. Man fand im inneren Kreis Holzasche, Knochensplitter, auch Reste von Waffen, Ringe, bronzene Spangen, Hafteln und auch Münzen, einmal auch einen bauchigen Topf mit Erde und großen Pferdeknochen. Man verbrannte die Leiche wahrscheinlich über dem Steinkranz und setzte für den Toten als Wegzehrung in Töpfen und Schalen Essen hin, so auch Stücke von Pferdefleisch. Die Töpfe versah man mit Deckeln, oder legte auch Steine darüber und häufte dann den Grabhügel auf. Durch den Druck der Erde zerbrachen die Töpfe meist unter den Steinen. 

Die Bronze- und Eisenstücke sind als Teile der Waffen und der Kleidung des Toten vom Brand übriggeblieben, die Münzen legte man als Fährgeld für den Fährmann der Unterwelt in das Grab. Die Münzen stammen alle aus den ersten vier Jahrhunderten nach Christi Geburt, denn sie tragen die Bildnisse der Kaiser Augustus, Tiberius, Nerva, Trajan, Caracallas, des Antonius Pius bis Constantinus Chlorus und Constantinus II. Eine Bronzespange erkannte als Bestandteil der damaligen norisch-pannonischen Tracht. Sonderbar ist auch, daß man von vielen wertvollen Münzen nur Teilstücke vorfand. Es mangelte den damaligen Leuten wahrscheinlich an Kleingeld, sodaß sie die größeren Münzen einfach auseinanderschnitten. 

Sie gehörten zu den Pannoniern oder zu den keltischen Norikern und standen unter der Oberherrschaft der Römer, deren Sitten und Lebensweise sie sich vielleicht in vielen angepaßt hatten. Sie hausten auch noch weiter in der Umgebung, denn auch in Willersdorf, Pinggau, Oberwaldbauern und Sinnersdorf und hinunter bis Litzelsdorf und Kementen befinden sich ihre Grabhügel. 

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Für den Inhalt verantwortlich: Heinz Bundschuh